K08 - Emmanzipation und Konfrontation

BAND 2 - Architektur und Kunst im öffentlichen Raum





Ein wesentlicher Aspekt der Ausstellung wie auch der Publikation war es, den verschiedenen Tendenzen und künstlerischen Sparten in Kärnten gerecht zu werden und sowohl einen Einblick in das lokale Kunstgeschehen zu geben als auch jene KünstlerInnen zu präsentieren, die außerhalb von Kärnten leben und arbeiten. Das Gemeinsame für die Auswahl der KünstlerInnen bildet in diesem Fall das Land Kärnten: als Arbeitsmittelpunkt, als Geburtsort oder als individueller Bezugspunkt der jeweiligen Biografien.

Der Band II der Publikation K08 Emanzipation und Konfrontation bietet erstmals die Möglichkeit, ein halbes Jahrhundert der Bauentwicklung und Architektur des Landes in einem breiten, historischen und chronologischen Bogen darzustellen und auf einzelne Themenschwerpunkte und Bauaufgaben einzugehen. Weiters wird ebenso die Kunst im öffentlichen Raum mit ausgewählten Beispielen dokumentiert. Hier war eine durch die AutorInnen vorgenommene Eingrenzung des Dokumentationszeitraums von 1995 bis heute wesentlich, um einen diskursiven Fokus auf Voraussetzungen und Möglichkeiten einer gegenwärtigen Kunst im öffentlichen Raum legen zu können. Eine inhaltliche Verbindung beider Buchteile, ergibt sich einerseits durch die Einbeziehung der bildenden Kunst in die öffentlichen Bauprojekte des Landes als auch durch die seit den 1960er Jahren immer wieder geforderte Zusammenarbeit zwischen Architektur und bildender Kunst. Bereits 1964 merkte Hans Bischoffshausen an: »Der Wunsch der Zusammenarbeit mit einem bildenden Künstler (dem Geeigneten) begegnet der wirtschaftlichen Verhärtung der Architektur. Bau- und Architekturelemente werden durch den bildkünstlerischen Eingriff vermenschlicht, d.h. psychisch tastbar gemacht. Die Ideenwelt der Ästhetik des Technisch-Rationellen und die Ideenwelt der Ästhetik des Menschlich-Künstlerischen greifen im Dialog der Zusammenarbeit ineinander.«

Dieses Ineinandergreifen von Kunst und Architektur war von Beginn an ein Anliegen der Publikation ebenso wie eine historische Aufarbeitung der Baugeschichte des Landes sowie eine diskursive Betrachtung der Kunst im öffentlichen Raum. Mit der Redaktion, bestehend aus Dr. Theresia Hauenfels und Otto Kapfinger im Bereich Architektur sowie mit Mag.art Tomas Hoke und Mag. Ulli Sturm für die Kunst im öffentlichen Raum, wurde mit dieser Aufgabe ein interdisziplinäres Team betraut, das mit großem Engagement und Sachkenntnis diesen Band redaktionell betreute und die besondere Qualität dieser Publikation gewährleistet. Darüber hinaus wird die Publikation durch thematische Essays ergänzt. Diese von ExpertInnen und ArchitektInnen geschriebenen Essays ermöglichen eine vertiefende Darstellung der Baugeschichte des Landes.